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Neutorplatz

Bei der Stadtgründung 1320 erhielten die Bürger von Sonsbeck vom Grafen von Kleve 12 holländische Morgen Maßes Land, um Material für Zäune und Steine zur Errichtung einer Stadtbefestigung zu gewinnen. Die neue Stadt hat zunächst eine Wall- und Grabenbefestigung erhalten. 1329 wurde der Stadtgraben erstmals erwähnt, der nachher den noch 1821/35 gut erhaltenen äußeren Stadtgraben bildete. 1425 wird die stat muere erstmals erwähnt.
1476 wird das Neue Tor nye poirte als nördliche Stadtpforte durch die Mauer errichtet. Die Stadt entstand östlich und westlich der alten Römerstraße und Wasserscheide (= Hochstraße), die noch heute die Stadt in zwei Hälften teilt.
In der Pforte soll sich eine Kapellennische mit einer Muttergottesfigur befunden haben. Bei dem Stadttor wird es sich um ein einfaches Tor gehandelt haben. An der Pforte befanden sich Wachhäuser, noch 1714 ist ein neues Pforthaus an der Pforte bezeugt.
In nordwestlicher Ecklage innerhalb der alten Stadt befand sich die Burg der Grafen, nachher der Herzöge von Kleve, die 1311 erstmals (castellum) erwähnt wird. 1641 wurde das Schloss dann von den Spaniern eingenommen und gesprengt. Auf dem Gelände der Burg entstand Ende des 19. Jahrhunderts eine Molkerei und die Warengenossenschaft, die bis zu ihrem Abriss und der Aussiedlung an den Wildpaßweg bis Ende der 80 – er Jahre des letzten Jahrhunderts dort verblieben.
Nach Aufgabe des Marktes an der Hochstraße (1965) wurde der Ferkelmarkt auf dem Neutorplatz abgehalten. Er fand jeweils mittwochs ab 7:00 Uhr statt und war damals der wichtigste Ferkelmarkt nördlich des Mains. Die Marktpreise waren maßgeblich auch für den freien Handel mit Ferkeln. Er musste aus den unterschiedlichsten Gründen Ende des letzten Jahrhunderts eingestellt werden. Heute erinnert nur noch der Ferkelmarktbrunnen von Prof. Bonifatius Stirnberg (Aachen) hieran.
Auf dem Gelände von Warengenossenschaft und Molkerei entstanden dann an dem Ort der alten Burg die Begegnungsstätte Kastell und das Rathaus (1988/1990).